Fictosexual

Sexuelle Anziehung, die sich primär oder ausschließlich auf fiktive Charaktere richtet, typischerweise mit einer starken emotionalen Bindung.

Definition

Sexuelle Anziehung, die sich primär oder ausschließlich auf fiktive Charaktere richtet, typischerweise mit einer starken emotionalen Bindung. Die Anziehung gilt dem Charakter (oder einer 2D-/nicht-menschlichen Darstellung von ihm), nicht einem Schauspieler, der ihn verkörpert. Das romantische Äquivalent ist fictoromantic; „Fictophilie“ ist der breitere akademische Sammelbegriff für beides.

Etymology

Lateinisch fictio (ein Formen, ein Vortäuschen) + sexual. Die moderne Bezeichnung entstand Mitte der 2010er in Online-Communities. Der japanische Begriff nijikon („2D-Komplex“) beschreibt eine eng verwandte Anziehung zu Anime- und Manga-Charakteren.

History

Oft als jüngeres Internetphänomen abgetan, ist Anziehung zu fiktiven und mythischen Figuren über Jahrhunderte dokumentiert. Die zeitgenössische fictosexuelle Bezeichnung kristallisierte sich in den 2010ern in Fandom- und A-Spec-Online-Räumen heraus. Eine Studie von 2021 (Karhulahti & Välisalo, Frontiers in Psychology) untersuchte Fictosexualität akademisch. Fictosexualität wird häufig auf dem asexuellen Spektrum verortet.

Common myths

  • „Fictosexualität ist nicht real / es ist nur ein Schwarm für einen Charakter.“ Die meisten Menschen erleben vorübergehende fiktive Schwärmereien; Fictosexualität beschreibt eine Person, deren primäres Anziehungsmuster auf fiktive Charaktere ausgerichtet ist.

See also

Sources & further reading