| Begriff | Definition |
|---|---|
| A-Spec | Sammelbegriff für alle auf dem asexuellen oder aromantischen Spektrum |
| Ace | Kurzform für asexuell |
| Acefeindlichkeit / Arofeindlichkeit (Aphobie) | Negative Einstellungen, Vorurteile oder Diskriminierung gegenüber asexuellen und aromantischen Menschen, von Mobbing bis Unsichtbarmachung. Aphobie ist der Oberbegriff für beides, manche aro Menschen bevorzugen das Wort Aromisia. Auch: Acephobie, Arophobie. |
| Aesthetic attraction | Das Aussehen wertschätzen ohne Verlangen nach sexuellem/romantischem Kontakt |
| Affectional orientation | Anziehung auf Grundlage emotionaler Bindungen |
| allonormativ | Die Annahme, dass alle sexuelle und romantische Anziehung erleben |
| alloromantisch | Erlebt romantische Anziehung auf typische Weise (nicht-aromantisch) |
| Allosexismus | Die gesellschaftliche Annahme, dass alle Menschen sexuelle Anziehung erleben und erleben sollten, und der Ausschluss asexueller Menschen, der daraus folgt. |
| allosexuell | Erlebt sexuelle Anziehung auf typische Weise (nicht-asexuell) |
| Allyship | Die fortlaufende Praxis, eine Gruppe, der man selbst nicht angehört, zu unterstützen und für sie einzutreten, durch Handeln und nicht nur durch ein Label. |
| AMAB / AFAB / AISAB | Bei der Geburt als männlich / weiblich / intergeschlechtlich zugewiesen |
| Amatonormativität | Die Annahme, dass eine zentrale, exklusive romantische Beziehung für alle ein normales Ziel ist und wertvoller ist als andere Arten von Beziehung. Geprägt von der Philosophin Elizabeth Brake in Minimizing Marriage (Oxford University Press, 2012). |
| Anti-Gender-Bewegung | Eine transnationale Koalition aus vor allem konservativen und religiösen Gruppen, die gegen LGBTQIA+ Rechte, sexuelle und reproduktive Rechte, Sexualaufklärung und Gender Studies kämpft, oft unter dem Schlagwort des Kampfes gegen „Genderideologie“. |
| Aro | Kurzform für aromantisch |
| Ballroom-Kultur | Eine kulturelle Tradition, vor allem unter Schwarzen und lateinamerikanischen LGBTQIA+ Menschen, rund um Houses, Balls und Voguing; entstanden in NYC in den 1970ern |
| Bi Erasure | Die Tendenz, Bisexualität zu übersehen, zu leugnen oder infrage zu stellen, etwa wenn angenommen wird, eine bi Person sei je nach aktueller Beziehung „eigentlich“ schwul, lesbisch oder hetero. Auch: Bi-Unsichtbarkeit. |
| Binding | Abflachen des Brustgewebes mithilfe eines Binders; praktiziert von vielen transmaskulinen und GNC-Menschen Unsere Binder ansehen |
| Bifeindlichkeit | Vorurteile, negative Einstellungen oder Diskriminierung gegenüber bisexuellen und anderen plurisexuellen Menschen, die sowohl von heterosexuellen als auch von queeren Communities ausgehen können. Auch: Biphobie. |
| Körperliche Selbstbestimmung | Das Recht, ohne Gewalt oder Zwang selbst über den eigenen Körper, die eigene Gesundheit und die eigene Zukunft zu entscheiden. Sie ist die Grundlage für informierte Einwilligung in der geschlechtsbestätigenden Versorgung und in der Versorgung von intersex Menschen. Englisch: bodily autonomy. |
| Bottom Surgery | Informelle Bezeichnung für geschlechtsangleichende Operationen im Genitalbereich wie Vaginoplastik, Phalloplastik oder Metaidoioplastik. |
| Brustprothesen | Formen aus Silikon, die im BH getragen oder mit Kleber auf der Haut befestigt werden, um die Form von Brüsten zu geben; genutzt von vielen trans Frauen und transfemininen Menschen. Auch Brustformen, englisch breast forms Unsere Brustprothesen und Shapewear ansehen |
| Bury your gays | Ein langlebiges Klischee in Medien, bei dem queere Figuren sterben oder ein tragisches Ende nehmen, oft nur, um die Geschichte einer heterosexuellen Figur voranzubringen. Queere weibliche Figuren trifft es besonders häufig. |
| Celibacy | Verhaltensentscheidung, auf sexuelle Aktivität zu verzichten, keine Orientierung |
| Wahlfamilie | Ein Netzwerk enger Beziehungen, meist einschließlich nicht-biologischer Menschen, das als Familie fungiert; besonders wichtig in LGBTQIA+ Communities, in denen die biologische Familie eine Person möglicherweise abgelehnt hat. Englisch: chosen family, das auch im Deutschen unübersetzt zirkuliert. |
| Gewählter Name | Der Name, den eine Person verwendet, weil er ausdrückt, wer sie ist, und der vom amtlichen Namen abweichen kann. Für trans Personen ist es schlicht ihr richtiger Name, unabhängig davon, ob er amtlich geändert wurde. Englisch: chosen name oder lived name. |
| Cisgender | Die Geschlechtsidentität stimmt mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein |
| cishet | Kurzform für cisgender und heterosexuell, verwendet für Menschen, die beides sind. |
| Cisnormativität | Die Annahme von Einzelpersonen und Institutionen, dass alle Menschen cisgender sind, sodass Formulare, Räume und Angebote nur für cis Menschen gestaltet werden. |
| Cissexismus | Systemische Voreingenommenheit, die cisgender Menschen bevorzugt und cis Identitäten und Körper als natürlicher oder legitimer behandelt als trans Identitäten und Körper. |
| Clocking | Eine Person als trans erkennen oder lesen, meist obwohl sie nicht so wahrgenommen werden wollte. „Geclockt“ zu werden ist das Gegenteil von Passing. |
| Ungeoutet | Nicht offen mit der eigenen sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität umgehen, gegenüber anderen oder manchmal auch gegenüber sich selbst. Englisch: closeted, oft als „in the closet“ umschrieben. |
| Coming-in | Die ersten Schritte einer Person in das Leben der LGBTQIA+ Community, etwa Gruppen, Bars, Online-Räume oder Bücher zu finden, in denen sie sich wiedererkennt. Ein Begriff, der vor allem in der flämischen Community-Arbeit neben Coming-out verwendet wird. |
| Coming-out | Die eigene sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität freiwillig mit anderen teilen. Meist ist es ein fortlaufender Prozess und kein einzelner Moment, und es gibt nicht den einen richtigen Weg dafür. |
| Compersion | Ein Gefühl der Freude, wenn eine Partnerperson eine andere romantische oder sexuelle Beziehung genießt. In polyamoren Communities oft als Gegenteil von Eifersucht beschrieben. Auch: Mitfreude. |
| Comphet | Zwangsheterosexualität, gesellschaftlicher Druck, heterosexuell zu sein |
| Konversionstherapie | Versuche, die sexuelle Orientierung oder die geschlechtliche Identität eines Menschen zu verändern oder zu unterdrücken. Sie sind wirkungslos und schädlich. In Deutschland sind solche Behandlungen bei Minderjährigen seit dem Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen (KonvBehSchG) vom 12. Juni 2020 verboten, bei Erwachsenen unter bestimmten Voraussetzungen. Der Gesetzestext spricht von Konversionsbehandlung, im Alltag ist Konversionstherapie das geläufigere Wort. |
| Deadname, Deadnaming | Ein Deadname ist der Geburtsname, den eine trans Person nicht mehr verwendet. Deadnaming bedeutet, jemanden nach der Namensänderung weiterhin damit anzusprechen. Das ist verletzend, und in manchen Situationen outet es die Person zusätzlich. |
| Detransition | Eine Geschlechtstransition stoppen oder umkehren. Die Gründe sind unterschiedlich. In der größten US-Stichprobe berichteten 82,5 % der Personen, die detransitioniert hatten, mindestens einen äußeren Faktor wie Druck aus der Familie, Belästigung oder den Verlust des Arbeitsplatzes, und 15,9 % mindestens einen inneren Faktor wie eine Veränderung im Verständnis des eigenen Geschlechts (Turban et al., 2021, auf Grundlage des US Transgender Survey 2015). Andere Studien mit kleineren, selbst ausgewählten Gruppen berichten höhere Raten von Identitätsänderungen; mit einzelnen Zahlen ist also Vorsicht geboten. |
| DSD (Varianten der Geschlechtsentwicklung) | Ein medizinischer Oberbegriff für angeborene Variationen der Geschlechtsmerkmale. Viele intersex Menschen empfinden ihn als stigmatisierend, besonders in der älteren Form „disorders of sex development“ (Störungen der Geschlechtsentwicklung), und bevorzugen „intersex“ oder „intersex Variationen“. |
| dyadisch | Geschlechtsmerkmale zu haben, die klar in die männlich-weibliche Binarität passen (nicht-intergeschlechtlich). Das Gegenstück zu inter*, so wie cis das Gegenstück zu trans* ist. |
| Egg | Community-Slang für eine trans Person, die noch nicht erkannt hat, dass sie trans ist. Wenn sie es erkennt, heißt es, das Ei „knackt“ (englisch: the egg cracks). |
| Enby | Aus dem englischen „NB“ für non-binary, eine kurze, freundliche Selbstbezeichnung. Im deutschsprachigen Raum begegnet dir daneben Nibi, gebildet aus nichtbinär. Das deutschsprachige Nichtbinär-Wiki trägt es im Namen und ist unter nibi.space zu finden. |
| Ethische Nicht-Monogamie (ENM) | Ein Oberbegriff für Beziehungsformen, in denen Menschen mehr als eine romantische oder sexuelle Partnerperson haben, mit dem Wissen und dem Einverständnis aller Beteiligten. Auch: konsensuelle Nicht-Monogamie. Englisch: ethical non-monogamy. |
| Gesichtsfeminisierende Operation (FFS) | Eine Gruppe plastisch-chirurgischer Eingriffe, die Gesichtszüge wie Brauenbogen, Kiefer oder Nase umformen, um ein typischer weibliches Aussehen zu erreichen. Englisch: facial feminisation surgery. |
| Gatekeeping | Wenn Fachleute im Gesundheitswesen oder Institutionen unnötige Hürden vor die geschlechtsbestätigende Versorgung stellen und trans Personen beweisen müssen, wer sie sind oder dass sie eine Behandlung wirklich brauchen. |
| Gender binary | Das soziale System, das nur zwei Geschlechter anerkennt, männlich und weiblich, und sie als Gegensätze behandelt. Auch: binäres Geschlechtersystem, Zweigeschlechtlichkeit. |
| Geschlechtsdysphorie | Leid durch Nichtübereinstimmung zwischen Geschlechtsidentität und zugewiesenem Geschlecht |
| Geschlechtseuphorie | Das Gefühl, wenn das eigene Geschlecht stimmig ist und richtig gesehen wird. Auch: Gendereuphorie. |
| Gender expansive | Englischer Sammelbegriff für Menschen, die die Geschlechternormen ihrer Umgebung überschreiten, ohne dass damit eine bestimmte Identität festgelegt wäre. Im Deutschen meist umschrieben, etwa als geschlechtlich vielfältig. Häufig für Kinder und Jugendliche verwendet, denen noch keine Identitätsbezeichnung zugeschrieben werden soll. |
| Geschlechtsausdruck | Wie eine Person Geschlecht nach außen zeigt, durch Kleidung, Haare, Stimme, Name, Verhalten und mehr. Er sagt nicht unbedingt etwas über die Geschlechtsidentität aus. Englisch: gender expression. |
| Geschlechtsidentität | Das innere, tief empfundene Wissen einer Person um das eigene Geschlecht, ob Frau, Mann, nicht-binär oder etwas anderes. Es ist für andere nicht sichtbar. Englisch: gender identity. |
| Geschlechtsinkongruenz | Der Diagnosebegriff in der ICD-11 der WHO für eine ausgeprägte und anhaltende Nichtübereinstimmung zwischen dem erlebten Geschlecht einer Person und dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Anders als seine Vorgänger steht er außerhalb des Kapitels über psychische Störungen. |
| Geschlechtseintrag | Das Geschlecht, das in amtlichen Dokumenten wie Geburtsurkunde, Personalausweis oder Reisepass eingetragen ist, meist M, F oder in manchen Ländern X. Englisch: gender marker. |
| Geschlechtsnonkonform (GNC) | Geschlechtsausdruck, der nicht den Normen für das zugewiesene Geschlecht entspricht |
| Gender outlaw | Person, die sich weigert, durch die Geschlechterkategorien der Gesellschaft definiert zu werden |
| Geschlechtsbestätigende Versorgung | Medizinische und/oder soziale Maßnahmen, die die Geschlechtsidentität einer Person unterstützen, einschließlich HRT, Operation und Pronomen-/Namensänderungen. Im deutschsprachigen Raum meist geschlechtsangleichende Behandlung genannt, so steht es auch auf Anträgen bei Krankenkasse und Medizinischem Dienst; der Bundesverband Trans* spricht von transitionsspezifischer Gesundheitsversorgung. Gemeint ist dasselbe. |
| Gender-affirming surgery (GAS) | Chirurgische Eingriffe, die den Körper einer Person mit ihrer Geschlechtsidentität in Einklang bringen; auch geschlechtsbestätigende Operation genannt |
| grau-asexuell | Erlebt selten oder nur schwach sexuelle Anziehung. Liegt auf dem Ace-Spektrum zwischen asexuell und allosexuell. Englisch: gray-asexual, kurz gray-ace; auch grey-asexual und greysexual geschrieben. |
| Haarentfernung (Elektrolyse und Laser) | Methoden, mit denen viele trans Personen, besonders trans Frauen, Gesichts- oder Körperbehaarung langfristig reduzieren. Laser wirkt auf dunkle Haare auf größeren Flächen, während die Elektrolyse (Nadelepilation) einzelne Haarfollikel zerstört und bei allen Haarfarben wirkt. |
| Heteronormativität | Die Annahme, dass Heterosexualität der Standard ist |
| Heterosexismus | Einstellungen und Systeme, die davon ausgehen, dass alle heterosexuell sind, und Heterosexualität als besser oder normaler behandeln, wodurch LGBTQIA+ Erfahrungen ausgeschlossen werden. |
| Homofeindlichkeit | Vorurteile, Feindseligkeit oder Diskriminierung gegenüber lesbischen, schwulen, bi und queeren Menschen, ausgedrückt in Einstellungen, Sprache, Handlungen oder politischen Regelungen. Im Deutschen setzen sich zunehmend die Formen mit -feindlichkeit durch, weil die Endung -phobie eine Angststörung bezeichnet und Diskriminierung keine Krankheit ist, sondern eine Haltung, für die Menschen verantwortlich sind. Homophobie und Transphobie sind weiterhin gebräuchlich und begegnen dir in Studien, Gesetzestexten und internationalen Quellen. |
| HRT | Hormonersatztherapie, die Verwendung von Hormonen (Östrogen, Testosteron oder Hormonblockern), um den Körper im Rahmen der Geschlechtstransition zu feminisieren oder maskulinisieren |
| Informed consent | Versorgungsmodell, das Erwachsenen geschlechtsbestätigende Versorgung (besonders HRT) ohne verpflichtende psychiatrische Begutachtung oder Zugangskontrolle bietet |
| Internalisierte Homofeindlichkeit / Transfeindlichkeit | Negative gesellschaftliche Botschaften über die eigene Identität aufnehmen und gegen sich selbst richten. Auch: internalisierte Homophobie / Transphobie. |
| Intersektionalität | Rahmen, um zu verstehen, wie sich überschneidende Identitäten distinkte Erfahrungen schaffen |
| Kitchen Table Polyamory | Eine Form von Polyamorie, bei der alle in einem Netzwerk freundschaftlich und fast familiär miteinander umgehen, auch Menschen, die nicht miteinander zusammen sind. |
| Rechtliche Geschlechtsanerkennung (LGR) | Das Verfahren, Namen und Geschlechtseintrag in amtlichen Dokumenten an die Identität einer Person anzupassen. In Belgien ist das seit 2018 nicht mehr an medizinische Voraussetzungen gebunden und erfolgt durch eine Erklärung bei der Gemeinde. Englisch: legal gender recognition. |
| Lesbenfeindlichkeit | Vorurteile, negative Einstellungen oder Diskriminierung, die sich speziell gegen Lesben richten und oft Homofeindlichkeit und Sexismus verbinden. Auch: Lesbophobie. |
| M-Spec / plurisexuell | Zu mehr als einem Geschlecht hingezogen; Sammelbegriff für bi, pan, omni, poly usw. |
| Metamour | Die Partnerperson deiner Partnerperson, mit der du selbst keine romantische oder sexuelle Beziehung hast. |
| Mikroaggression | Eine kurze, oft subtile Bemerkung oder Handlung, beabsichtigt oder nicht, die eine negative oder abwertende Botschaft über eine marginalisierte Identität vermittelt. Wiederholte Mikroaggressionen tragen zu Minderheitenstress bei. |
| Microlabel | Ein hochspezifischer Identitätsbegriff, oft in Online-Communities geprägt, der eine nuancierte Variation von Orientierung oder Geschlecht beschreibt |
| Minderheitenstress | Chronischer, zusätzlicher Stress, der aus einem stigmatisierten sozialen Status entsteht |
| Misgendern | Falsche geschlechtsbezogene Begriffe oder Pronomen für eine Person verwenden |
| Mononormativität | Die Annahme, dass Monogamie die natürliche oder gesündeste Beziehungsform ist, und der gesellschaftliche Druck, der sie durchsetzt. |
| Monosexismus | Die Überzeugung, dass Anziehung zu nur einem Geschlecht besser oder echter sei, und der daraus folgende Ausschluss von bi, pan und anderen plurisexuellen Menschen. |
| monosexuell | Nur zu einem Geschlecht hingezogen |
| Mx. | Eine geschlechtsneutrale Anrede im Englischen anstelle von Mr, Ms oder Mrs, meist „mix“ ausgesprochen. |
| NBLW | Kurz für non-binary people loving women, nicht-binäre Menschen, die Frauen lieben: ein Label, mit dem nicht-binäre Menschen ihre Anziehung zu Frauen beschreiben. Es gehört wie WLW zum sapphischen Spektrum. |
| Neopronomen | Geschlechtsneutrale Pronomen jenseits von they/them (ze/zir, xe/xem, fae/faer usw.) |
| New Relationship Energy (NRE) | Die starke, überschwängliche Aufregung und Verliebtheit, die typisch für den Beginn einer neuen romantischen Beziehung ist. Polyamore Menschen benennen sie oft, damit sie neben bestehenden Beziehungen bewusst damit umgehen können. |
| Outing | Die LGBTQIA+ Identität einer anderen Person ohne Zustimmung offenlegen |
| Packing | Einen Packer (eine weiche Prothese oder Polsterung) in der Unterwäsche tragen, um einen Bulge zu formen; oft von transmaskulinen Menschen genutzt, um Dysphorie zu lindern Unsere Packer und STPs ansehen |
| Parallele Polyamorie | Eine Form von Polyamorie, bei der die Beziehungen einer Person weitgehend unabhängig voneinander laufen, mit wenig oder keinem Kontakt zwischen den verschiedenen Partnerpersonen. |
| Passing | Von anderen als ein bestimmtes Geschlecht wahrgenommen werden, meist als das, mit dem sich die Person identifiziert. Das Wort wird auch dafür verwendet, als hetero oder als cisgender wahrgenommen zu werden. Viele empfinden es als belasteten Begriff, weil er andere Menschen zu Richter:innen macht. |
| Polykül | Ein verbundenes Netzwerk von Menschen, die mit mindestens einer anderen Person im Netzwerk romantisch, sexuell oder emotional verbunden sind. Englisch: polycule. |
| Bevorzugte Pronomen | Eine ältere Formulierung für die Pronomen, die jemand verwendet. Die meisten trans Organisationen empfehlen heute, einfach „Pronomen“ zu sagen, weil „bevorzugt“ nahelegt, sie seien optional. Englisch: preferred pronouns. |
| Privileg | Unverdiente Vorteile, die Menschen erhalten, weil sie einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe angehören, etwa weil sie cisgender oder hetero sind, oft ohne es zu bemerken. |
| Pronomenrunde | Eine Praxis, bei der alle in einer Gruppe zu Beginn eines Treffens oder einer Veranstaltung eingeladen werden, Namen und Pronomen zu nennen. Gute Praxis hält das Teilen freiwillig, damit niemand zu einer Offenlegung gedrängt wird. Englisch: pronoun round. |
| Pubertätsblocker | Medikamente (GnRH-Analoga), die die körperlichen Veränderungen der Pubertät vorübergehend anhalten. Ihr Einsatz bei trans Jugendlichen ist in mehreren europäischen Ländern Gegenstand einer andauernden klinischen und politischen Debatte. |
| Queerbaiting | Andeuten, dass eine Figur oder eine öffentliche Person queer sein könnte, um ein LGBTQIA+ Publikum anzuziehen, ohne sich je auf echte Repräsentation festzulegen. |
| Queerplatonische Beziehung (QPR) | Eine zutiefst verbindliche Beziehung, die nicht romantisch ist, mit einer Nähe, die die übliche Sprache für Freundschaft nicht erfasst. Meist zu QPR abgekürzt. |
| Rainbow washing / pinkwashing | LGBTQIA+ Symbole übernehmen ohne bedeutungsvolles Handeln oder strukturelle Unterstützung. Pinkwashing ist der verwandte Begriff für einen Staat oder ein Unternehmen, das sich LGBTQIA+-freundlich gibt, um von Menschenrechtsverletzungen oder anderem Schaden abzulenken. Der Begriff fällt am häufigsten in der Kritik an Israel, das mit seiner Bilanz bei LGBTQIA+-Rechten wirbt, während Kritiker:innen auf seinen Umgang mit Palästinenser:innen verweisen. |
| Rapid Onset Gender Dysphoria (ROGD) | Ein 2018 geprägter Begriff für ein vermutetes plötzliches Auftreten einer trans Identität bei Jugendlichen durch sozialen Einfluss. Es ist keine anerkannte Diagnose, und mehrere Fachgesellschaften haben dazu aufgerufen, den Begriff nicht zu verwenden, weil die Belege dafür schwach sind. |
| Beziehungsanarchie (RA) | Ein Ansatz für Beziehungen, der feste Hierarchien und Regeln ablehnt und jede Verbindung frei gestalten lässt, statt romantische Partnerpersonen über Freund:innen zu stellen. Englisch: relationship anarchy. |
| Retransition | Eine Geschlechtstransition nach einer Phase der Detransition wieder aufnehmen |
| Romantische Orientierung | Beschreibt, zu wem sich eine Person romantisch hingezogen fühlt, falls überhaupt. Sie kann sich von der sexuellen Orientierung unterscheiden, wie das Split Attraction Model beschreibt. |
| SAAB | Bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht |
| Safe Space | Ein Ort oder eine Gruppe, die frei von Vorurteilen, Feindseligkeit und bedrohlichem Verhalten sein soll, damit marginalisierte Menschen offen sprechen können. Die Idee setzte sich in der LGBTQIA+ Bewegung und der Frauenbewegung durch, wo Gay Bars und Selbsterfahrungsgruppen als frühe Safe Spaces dienten. Auch: Schutzraum. |
| SAM | Split Attraction Model, Rahmen, der sexuelle von romantischer Orientierung trennt |
| Sinnliche Anziehung | Der Wunsch nach nicht-sexuellem Körperkontakt mit jemandem, etwa Kuscheln, Umarmen oder Händchenhalten. In Ace-Communities oft von sexueller Anziehung unterschieden. Auch: sensuelle Anziehung. |
| Sex-repulsed / sex-favorable | Begriffe, die die Haltung einer Person zu Sex selbst beschreiben, unabhängig von Anziehung. Eine sex-repulsed Person findet Sex unattraktiv oder abstoßend, während andere sex-indifferent oder sex-favorable sein können. Vor allem auf dem asexuellen Spektrum verwendet. Auch: sex-averse. |
| Sexuelle Orientierung | Beschreibt das dauerhafte Muster körperlicher, romantischer oder emotionaler Anziehung einer Person zu anderen oder das Fehlen davon. Sie ist unabhängig von der Geschlechtsidentität. |
| Singular they | Verwendung von „they/them“-Pronomen für eine einzelne Person; im Englischen seit Jahrhunderten grammatisch Standard; 2015 von der American Dialect Society zum Wort des Jahres erklärt |
| SOGIESC | Kurz für sexual orientation, gender identity, gender expression and sex characteristics: sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und Geschlechtsmerkmale. Der Begriff wird im europäischen und internationalen Recht und in der Politik als neutraler Oberbegriff für die Merkmale verwendet, die LGBTQIA+ Rechte abdecken. |
| Solo-Polyamorie | Ein Ansatz von Polyamorie, bei dem persönliche Autonomie im Mittelpunkt steht und eine Person keine Hauptbeziehung mit Zusammenleben oder Paarfokus sucht. Auch: Solo-Poly. |
| Stand-to-Pee (STP) | Mit einem trichterförmigen Hilfsmittel im Stehen pinkeln; manche Packer haben eines eingebaut. Genutzt von vielen transmaskulinen Menschen Unsere Packer und STPs ansehen |
| Stealth | Eine trans Person, die ihre trans Identität im Alltag nicht offenlegt |
| TERF / genderkritisch | TERF steht für trans-exclusionary radical feminist, also trans ausschließende radikale Feminist:in. Der Begriff und „genderkritisch“ (gender-critical) beschreiben Menschen, die Geschlecht für binär und unveränderlich halten und sich dagegen stellen, trans Frauen als Frauen anzuerkennen. Die so Bezeichneten lehnen das Label TERF meist ab und nennen sich selbst genderkritisch. |
| Top Surgery | Informelle Bezeichnung für geschlechtsangleichende Operationen an der Brust, etwa eine Mastektomie mit Brustrekonstruktion oder eine Brustvergrößerung. |
| Trans Broken Arm Syndrome | Wenn Fachkräfte im Gesundheitswesen ein Gesundheitsproblem einer trans Person, das damit nichts zu tun hat, fälschlich ihrer Geschlechtsidentität oder Hormonbehandlung zuschreiben und so eine angemessene Behandlung verzögern. Dazu zählen auch übergriffige, unnötige Fragen zum Geschlecht oder zur Transition einer Person bei einer Behandlung wegen etwas anderem. |
| Transition | Die Schritte, die eine Person unternimmt, um in ihrem Geschlecht zu leben. Sie können sozial (Name, Pronomen, Auftreten), medizinisch (Hormone, Operationen) oder rechtlich (Dokumente) sein, und jede Person entscheidet selbst, welche davon für sie infrage kommen. |
| Transmedikalismus | Die Auffassung, dass man Geschlechtsdysphorie erleben und meist eine medizinische Transition wollen muss, um trans zu sein. Sie wird in trans Communities vielfach kritisiert, weil sie viele trans und nicht-binäre Menschen ausschließt. |
| Trans-Misogynie | Die Verbindung von Transfeindlichkeit und Misogynie, die besonders trans Frauen und transfeminine Menschen trifft. |
| Transfeindlichkeit | Vorurteile, Angst, Feindseligkeit oder Diskriminierung gegenüber trans Menschen, persönlich oder durch politische Regelungen und Institutionen. Auch: Transphobie. Zur Wortwahl siehe Homofeindlichkeit. |
| Triade | Eine polyamore Beziehung zwischen drei Menschen, die nicht unbedingt alle miteinander zusammen sind. Englisch auch: throuple. |
| Tucking | Verbergen von männlich zugewiesenen Genitalien mithilfe von Unterwäsche oder Tape; praktiziert von manchen trans Frauen und feminin auftretenden AMAB-Menschen Unsere Tucking-Unterwäsche ansehen |
| Two-Spirit | Ein englischsprachiger Sammelbegriff, 1990 von indigenen Menschen geschaffen, für indigene Nordamerikaner:innen, deren Geschlecht oder Sexualität außerhalb kolonialer Kategorien liegt, oft in Verbindung mit einer traditionellen zeremoniellen oder sozialen Rolle. Er ersetzt keine nationsspezifischen Wörter und steht nichtindigenen Menschen nicht zur Verfügung. |
| Unicorn (Einhorn) | In der Polyamorie eine (meist bisexuelle) Frau, die von einem Paar als gemeinsame dritte Partnerin gesucht wird. „Unicorn Hunting“ wird in polyamoren Communities vielfach kritisiert, weil die Regeln des Paares der dritten Person oft wenig Mitsprache lassen. |
| Stimmtraining | Üben, allein oder mit logopädischer Begleitung, um Tonhöhe, Resonanz, Intonation und andere Aspekte des Sprechens zu verändern, damit die Stimme zum Geschlecht einer Person passt. |
| WLW | Kurz für women who love women, Frauen, die Frauen lieben. Umfasst Lesben, bi und pan Frauen und andere. Manche bevorzugen das weitere Wort sapphisch. |
| Geschlechtseintrag X | Ein nicht-binärer Geschlechtseintrag, der in manchen Ländern als X in Dokumenten erscheint. 2019 entschied der belgische Verfassungsgerichtshof, dass eine Registrierung mit nur binären Optionen nicht-binäre Menschen diskriminiert, und forderte das Parlament zum Handeln auf. Belgien kennt keinen Geschlechtseintrag X. 2025 kündigte die Bundesregierung an, stattdessen auf Antrag Personalausweise ohne Geschlechtsangabe zu ermöglichen. Englisch: X marker. |